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Genussvoll Dampfen – Wickeln die Zweite

Genussvoll Dampfen
Genussvoll Dampfen

Heute werden wir genussvoll Dampfen. Immer wieder lese ich in vielen Beiträgen, Ihr wollt viel Dampf. Die Antworten sind immer gleich: Dafür musst Du Subohm dampfen. Diese Aussage war vor einiger Zeit schon richtig, verliert in der heutigen Zeit aber die Berechtigung, als richtig eingestuft zu werden. Die Aussage, für viel Dampf musst Du Subohm dampfen, ist heute falsch!

Subohm und Hochohm sind Begriffe, die die Dampfer erfunden haben. Normalerweise gibt es die gar nicht. Subohm wird normalerweise als sehr niedrigen Widerstand bezeichnet und Fachleute bezeichnen das schon als Kurzschluss. Genau so verhält es sich mit dem Wort Hochohm. 3 Ohm ist normalerweise kein hoher Widerstand. Öfter wird schon mal in einigen Kiloohm (1 Kiloohm = 1000 Ohm) gerechnet, aber auch das ist nur ein Widerstand.  Dann, das ist mir schon einige Male in verschiedenen Postings und Kommentaren aufgefallen, benutzt das Wort Ohmwert nicht. Das Wort gibt es nicht und das Ding wird einfach nur als Widerstand bezeichnet. 😛

Jeder hat beim Dampfen seine Vorlieben und auch ich habe da meine eigene Ansicht. Mir geht es mehr um den Geschmack und der Dampf ist mir dabei gar nicht so wichtig. Ich möchte genussvoll Dampfen.

 

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Genussvoll Dampfen – Joye 510

Genussvoll Dampfen – Wie fing es an zu Dampfen?

Zu Beginn gab es die kleinen EGO-Akkus mit einem kleinen Verdampfer oben drauf. So genannte Cartomizer und die gibt es heute noch. Ein Cartomizer hat ein einfaches Wattedepot, welches mit Liquid getränkt ist und ein Clearomizer hat einen Tank mit Liquid. Mit der Joye 510 war Joyetech maßgeblich daran beteiligt, den 510er Anschluss salonfähig zu machen. Heute haben fast alle Verdampfe, Tröpfler und Akkuträger einen 510er Anschluss und können beliebig gewechselt werden. Selbst einen großen Verdampfer vom 32 mm Durchmesser kannst Du auf einen kleinen Akkuträger, oder sogar auf einen EGO-Akku schrauben und damit dampfen. Sieht zwar Kacke aus, dampft aber. 😛

Du weist bestimmt was noch so alles folgte. Von mechanischen Akkuträger über geregelte Akkuträger, von kleinen Clearomizer bis zu Tröpfler und Tankverdampfern mit über 10 ml Tankinhalt.

Eine Dampfe, sogar die kleine EGO macht größere Wolken als eine Pyro. Aber scheinbar reicht das vielen Dampfern nicht. Nebel im Wohnzimmer, Beschwerden der Rauchmelder und meine Wolke ist die Größte. Das Cloud Cheasing wurde geboren. Habt ihr früher auch mit euren rauchenden Bekannten zusammen gestanden und geschaut, welche Kippe am besten qualmt? Bestimmt nicht, oder? 😉
„Boh ey, Alder, was dampft das bei Dir, ich will das auch!“ So, oder so ähnlich geht das heute gerade unter den jüngeren Dampfern. Da kommen Fragen über Fragen, welcher Verdampfer, Box, Liquid, Wicklung oder Coil und dann geht es nach Hause und es wird schnell ein neuer Verdampfer, eine neue Box oder gleich beides bestellt, damit es dann auch mega Dampft.

Aber wieder zurück zum Thema genussvoll Dampfen. Die Cartomizer und kurz darauf die Clearomizer hatten einen relativ, aus heutiger Sicht, hohen Widerstand. 1,5 Ohm und dann hoch bis 2,2 oder 2,5 Ohm. Gedampft hat es mit diesen Widerständen auch, sogar ordentlich. Aber, was noch viel wichtiger war, es hat sehr gut geschmeckt. Stelle Dir mal vor, Deine Dampfe würde nicht gut schmecken und jeder Zug an der Dampfe würde Dir Überwindung kosten. Würdest Du dampfen, oder hättest Du wieder eine Kippe zwischen den Lippen? Alleine der Geschmack hat der Dampfe diesen Erfolg überhaupt erst ermöglicht.

 

Genussvoll Dampfen – Warum es Cloud Cheaser gibt

Cloud Cheasing ist Dampf ohne Ende und wird auch Pinoy Style genannt. Das Wort Pinoy verwenden die Einwohner der Philippinen liebevoll für ihre Landsleute.  Der Pinoy Style wurde, wie der Name vermuten lässt, auf den Philippinen entdeckt. Möglichst viel Dampf aus der Dampfe ziehen und riesige Wolken generieren ist das Ziel. Mittlerweile gibt es Wettkämpfe, wer die größten Wolken entstehen lässt. Allerdings, kommt es bei den Wettkämpfen nicht nur auf die Dampfmenge an. Von diesen Wettkämpfen kommen auch die verrücktesten Wicklungen. Wie zum Beispiel die Clapton Coil, Alien Coil, Framed Staple Coil und noch einige andere, nur um eine möglichst große Drahtoberfläche und möglichst viel Dampf zu bekommen. Das hat allerdings wenig mit genussvoll Dampfen zu tun. 

 

Genussvoll Dampfen – Der Widerstand und der Draht

Subohm ist ein Überbleibsel aus grauer Vorzeit. Mechanische Akkuträger geben nur den Strom des Akkus an die Wicklung weiter. Bei 1 Ohm gibt der Akku – den Voltdrop lassen wir jetzt links oder rechts liegen – sage und schreibe 4 Ampere, also 16 Watt aus. Das dampft schon ganz gut, aber das war einigen zu wenig. Subohm wurde erfunden. Der Sony Konion VTC4 kann 30 Ampere Dauerlast abgeben und somit gab es Wicklungen von 0,13 Ohm, damit das Potenzial des Akkus auch ausgenutzt werden konnte. 30 Ampere x 4 Volt = 120 Watt 🙂
So wurde „früher“ die Leistung des mechanischen Akkuträger frisiert. 😛

Heute gibt es Chiptuning. Die geregelten Akkuträger können mittlerweile über 200 Watt abgeben. Spartans 300 Watt TC Mod ist die nächste Ansage in der Leistungsklasse. 3 Akkus mit mindestens 30 Ampere sind Pflicht und Wicklungen von 0,05 Ohm bis 3 Ohm Widerstand kann er befeuern. Mit einem Adapter wird man mit diesem Akkuträger auch ein Auto starten können, Leistung hat er genug. Wo führt uns dieser Leistungswahn noch hin?

Nun aber zum Draht und schon sind wir wieder einmal beim wickeln. Bei den Wicklungen gibt es einiges zu beachten. Dicker Draht hat weniger Widerstand und ist bedingt durch seine Masse auch relativ träge. Bis die Wicklung so warm ist, dass das Liquid verdampft, kann es 1 bis 2 Sekunden dauern. Diese Verzögerung wird einfach mit mehr Leistung ausgeglichen. Da die Wicklung länger warm bleibt und nur langsam abkühlt, wird dabei der Verdampfer mit erwärmt und kann mit der Zeit richtig heiß werden.

Der dünne Draht hat mehr Widerstand, so unlogisch das auch klingen mag, aber es ist so. Diese Wicklung springt sofort an, verdampft das Liquid und kühlt dann auch ganz schnell wieder ab. Der Verdampfer wird damit auch beim Dauernuckeln nicht so schnell warm.

Aber, bei genauer Betrachtung hängt die Dampfmenge von der Oberfläche ab, die das Liquid verdampft. Viel Fläche gibt viel Dampf. Eine Wicklung mit 3 oder weniger Windungen dampfen kaum und es lohnt sich nicht, bei normalen Wicklungen, diese überhaupt zu benutzen.

Nun kommt die trockene Theorie!!
Nehmen wir mal an, wir haben Draht in vielen verschiedenen Durchmessern zur Verfügung. Damit wir das aber gut vergleichen können, aus dem gleichen Material. Auch der Innendurchmesser ist mit 3 mm überall gleich. Die Oberfläche wird berechnet nach der Formel: O=2·π·r·(r+h)

Die Berechnung ist nur für den Vergleich, der Widerstand ist von der Legierung des Drahtes abhängig!

0,5 Ohm / Draht 0,4 mm ≈ 66,15 mm² Oberfläche (5 Windungen)
1,0 Ohm / Draht 0,3 mm ≈ 56,41 mm² Oberfläche (5 Windungen)
1,5 Ohm / Draht 0,2 mm ≈ 24,02 mm² Oberfläche (4 Windungen)
1,8 Ohm / Draht 0,25 mm ≈ 59,74 mm² Oberfläche (7 Windungen)

Nun schrauben wir die 4 Verdampfer auf Akkuträger und feuern mit 20 Watt. 0,5 Ohm dampft sehr gut, gefolgt von 1,8 Ohm. Auf Platz 3 steht 1,0 Ohm und abgeschlagen der 1,5 Ohm Widerstand.

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Genussvoll Dampfen – Parallele Wicklung

Aber nun greifen wir mal ganz tief in die Wickel-Trickkiste.

1,0 Ohm / Draht 2 x 0,2 mm parallel ≈ 71,18 mm² Oberfläche (5 Windungen)
1,5 Ohm / Draht 2 x 0,2 mm parallel ≈ 107,4 mm² Oberfläche (8 Windungen)
2,0 Ohm / Draht 2 x 0,2 mm parallel ≈ 143,62 mm² Oberfläche (10 Windungen)

Nun weist Du, warum meine 1,5 Ohm Wicklungen mehr dampfen als Deine mit 0,5 Ohm. 😛

Leider passen solche Wicklungen nicht in alle Verdampfer. Irgendwann hast Du aber so viele Windungen, das die Wicklung breiter als Dein Verdampfer ist. Also, aufpassen und messen. Damit auch solche Wicklungen rein passen, kannst Du einen etwas dünneren Draht nehmen. Dünnerer Draht bedeutet weniger Windungen, um auf den gewünschten Widerstand zu kommen.

 

Wenn Du unsicher bist und erst einmal mehr über einfaches wickeln lesen möchtest, dann klick doch mal hier 😉 

 

Genussvoll Dampfen – Der gute Geschmack

Der gute Geschmack kommt in erster Linie vom Aroma. Aber es spielen noch eine paar andere Faktoren eine wichtige Rolle. Die Größe der Verdampferkammer, die Airflow, die Leistung, die Verlegung der Watte, die Wicklung, der Widerstand und selbst die Basis ist ausschlaggebend für den Geschmack. Sogar der Akkuträger spielt eine Rolle, wenn auch eine kleine, in Sachen Geschmack. Diese Kombinationen entscheiden über genussvoll Dampfen oder nur viel Dampf. 
Machst Du das gleiche Liquid in 4 verschiedene Verdampfer, wirst Du jeweils einen anderen Geschmack haben. Der Geschmack ändert sich zwar nicht von Apfel zu Banane, aber die Nuancen des Aromas wird Dir unterschiedlich herüber gebracht. In dem einen Verdampfer schmeckt es sehr kräftig, in dem anderen sehr flach, in einem anderen schmeckt es süß und in wieder einem anderen etwas herb. Selbst wenn die Verdampfer den gleichen Draht, Widerstand und Leistung haben.

 

Genussvoll Dampfen – Fazit

Du brauchst keine 100 Watt um relativ viel Dampf zu bekommen und um genussvoll Dampfen zu können. Du musst auch nicht mit dem Widerstand Richtung Kurzschluss rennen. Du brauchst eine große Oberfläche der Wicklung um möglichst viel Dampf zu bekommen. Dazu muss aber auch der Nachfluss stimmen, sonst kokelt es ganz schnell. Der Nachteil an sehr viel Dampf ist Dir bestimmt klar, der Tank ist ganz schnell leer. Dampfst Du ständig diesen Wicklungen und nebelst alles zu, dann liegt Dein Verbrauch weit über 50 ml pro Tag. Sag später nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt. 😛

 

Genussvoll Dampfen – Tipp

Für alle, die lieber etwas sparsamer Dampfen wollen, habe ich natürlich auch etwas. Nehmt doch mal bitte einen Coil mit 1,2 Ohm oder höher und befeuert den mit 10 bis 20 Watt. Selbstwickler nehmen einfach einen Draht 0,25 oder 0,3 mm Durchmesser mit etwas mehr Widerstand (Nickel-Chrome oder Kanthal A1) und machen einfache 5 – 6 Windungen mit 3 mm Innendurchmesser. Das sollte dann auch so 1,2 bis 1,5 Ohm sein.
Diese Wicklung wird mit 10 bis 20 Watt befeuert und ist wirklich zum Dauernuckeln geeignet. Der Verdampfer wird nicht so schnell warm, das Liquid wird relativ sparsam verdampft und die Akkus weniger belastet. Zudem schmeckt das auch noch sehr gut. Nun lehnen wir uns mal zurück, dampfen eine Runde und genießen den guten Geschmack. So geht genussvoll Dampfen 😉 

 

Vape on und immer eine Pfütze Liquid im Tank wünscht euch von ganzem Herzen

Klaus Krüger

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Ein Kommentar

  1. geil! mein reden. der text sollte in jedem forum pflichtlecktüre vor registrierung sein! danke!

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